LUNA PARK oder IN DER ZUKUNFT WAR ALLES BESSER

... ist meine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit einer Zivilisation und damit, wie etwas, was heute als unzerstörbar und ewig gilt, innerhalb von stunden, Minuten, Sekunden, weg sein kann, zerstört, auf immer verändert.
Oft ist es die Hybris des Menschen alles kontrollieren zu können, die Überzeugung dass das was jetzt ist für alle Ewigkeit gilt, dass die Zukunft nur noch schneller, besser und "fortschrittlicher" wird, die radikale unvermeidbare Veränderungen und Katastrophen hervorruft (in Fall der nuklearen Unfälle), und uns ohnmächtig und fassungslos sein lässt bei Katastrophen einer natürlichen Herkunft.
Doch scheint es manchmal als ob der Mensch verschiedene Katastrophen unterbewusst provoziert um ein gesättigtes System zu zerstören um wieder neu anfangen zu können, Aufbau, Zerstörung, Wiederaufbau um es besser zu machen als vorher ....
Diese unvorhersehbaren Ereignisse, die solche enormen Ausmasse haben, üben eine Faszination auf den Menschen aus: ob es sich jetzt eine Art "Katastrophen Lust" handelt die nur zu befriedigen ist, wenn die Katastrophe grösser, extremer, schlimmer ist als alles vorher bekannte oder um die Anziehungskraft des Chaos, wobei aus der Zerstörung wieder etwas Neues erstehen kann.
So hat die Wiederkehr der wilden Tiere in der Sperrzone um Tschernobyl für grosse Interesse gesorgt, es wurde gesprochen von einem Rückzugsort für die Tiere wo sich die Artenvielfalt ohne Einfluss von den Menschen zunehmen könnte, bis dass man gemerkt hat dass die Tiere genauso an Krebst erkranken und es so aussieht als ob sie wohl nicht sehr lange in der Zone als Arten überleben werden ...
Trotzdem übt die Idee dass die Nature, die Pflanzen und Tiere erleichtert aufatmen wenn der Mensch sich zurückzieht, eine komische Faszination auf uns aus.
Ich habe die Tiere Symbol der Erneuerung und der Hoffnung in meine Bilder aufgenommen.
Die Fotos der Ausstellung sind alle von einer Atmosphäre von einer vagen unsichtbaren Bedrohung durchdrungen, die Menschen scheinen verloren, unsicher ob der Platz auf der Erde auf dem sie sich befinden auf einmal zum Feinden geworden ist, verunsichert durch das plötzliche Verschwinden von Kontroll- und Autoritätspersonen die Ihnen sagen was sie zu tun haben. Und doch versuche ich auch einen Hauch Schönheit in den Fotos sein zu lassen, eine unbekannte und wilde Schönheit, die der ur-menschlichen Hoffnung auf Erneuerung und Re-konstruktion einen Platz gibt.
Die Bilder sind alle aus einzelnen A4 Blättern zusammen genäht. Diese low-tech Technik ist aus dem Wunsch entsprungen mehr Kontrolle über die Produktion meiner Bilder zu haben, mehr Zeit mit Ihnen zu verbringen und sie während dem Prozess noch modifizieren zu können. ausserdem sind sie haptisch interessanter, und lassen eine Nähe des Betrachters zu, die perfekt gedruckte, im Labor aufgezogenen Fotos hinter Acrylglas nicht zulässt.